Kultusministerkonferenz muss das Abraham-Geiger-Kolleg retten!

Die Union progressiver Juden fordert eine geregelte Beteiligung der Länder an der Finanzierung des Abraham-Geiger-Kollegs ein.

„Wir freuen uns, dass in Deutschland wieder Synagogen geweiht werden, wie kürzlich in Bielefeld und bald in Hannover und demnächst in Hameln“, erklärt hierzu Dr. Jan Mühlstein, Vorsitzender der UPJ. „Damit diese aber mit religiösem Leben gefüllt und die liberalen Gemeinden betreut werden, brauchen wir Rabbiner, die eine profunde Kenntnis der jüdischen Tradition mit den Anforderungen der Moderne verbinden und Verständnis für die kulturellen und gesellschaftlichen Bedürfnisse der Gemeindemitglieder – vor allem der Zuwanderer und der Jugend – haben.“

Solche Rabbiner bildet das Abraham-Geiger-Kolleg aus, das damit – wie aus Anlass der ersten Rabbinerordination 2006 auch die höchsten Repräsentanten des Staates unterstrichen haben – ein Segen und Geschenk für ganz Deutschland bedeutet. Doch die Weiterexistenz des Rabbinerseminars ist gefährdet, weil im Budget des Kollegs für 2009 ein Fehlbetrag von 500 000 Euro klafft. Mit ursächlich für diese Probleme ist die immer noch ausstehende Entscheidung der Kultusministerkonferenz über eine geregelte Beteiligung der Länder an der Finanzierung des Kollegs, wie sie auch der Hochschule für jüdische Studien in Heidelberg gewährt wird. Das Fehlen dieser Förderung wiegt um so mehr, da aufgrund der Finanzkrise das bisher in den USA eingeworbene Spendenaufkommen drastisch zurückgeht.

Die Union progressiver Juden appelliert daher an die politisch Verantwortlichen, für eine schnelle Entscheidung der Kultusministerkonferenz zu sorgen. Die Finanzlücke muss kurzfristig geschlossen werden, damit die Rabbinerausbildung nicht von privaten Spenden aus dem Ausland abhängig bleibt.

Für Rückfragen:
Dr. Jan Mühlstein, Tel. 0170/5402468, vorstand(at)liberale-juden.de