Sonja Guentner: erste Frau an der Spitze der jüdischliberalen Bewegung

Die Delegierten der liberalen jüdischen Gemeinden Deutschlands haben am Sonntag in Berlin einen neuen Vorstand gewählt. Nicht mehr kandidiert hatten Jan Mühlstein, der die Union 12 Jahre lange erfolgreich führte, und Rachel Dohme sowie Michael Lawton, die zu den Gründern der Union progressiver Juden zählen. Sonja Guentner ist mit 41 Jahren die jüngste Vorsitzende. Mit ihr steht erstmals eine Frau an der Spitze der jüdisch liberalen Bewegung in Deutschland. Sie strebt eine Stärkung des liberalen Profils nach innen wie nach außen an.

Sonja Guentner war lange Vorsitzende der liberalen Gemeinde in Köln (Gescher Lamassoret, „Brücke zur Tradition“) und ist Miteigentümerin der Internationalen Friedensschule Köln (IFK), einer gemeinnützigen Privatschule. Dort ist sie vor allem für das interreligiöse Erziehungs-Konzept verantwortlich. Auch als Vorsitzende der Union will sie das gemeinsame Lernen innerhalb der Gemeinden ebenso fördern wie das Gespräch mit anderen Religionsgemeinschaften.

Ebenfalls gewählt wurden Paul Yuval Adam, Michelle Piccirillo, Daniel Peiser, Faina Pelts, Rabbiner Dr.Walter Rothschild sowie Deborah Tal-Rüttger, die zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde.