Jüdisches Leben in Deutschland

Die Union progressiver Juden entstand im Juni 1997 als Arbeitsgemeinschaft liberaler und konservativer jüdischer Gemeinden im deutschsprachigen Raum unter dem Namen “Union progressiver Juden in Deutschland, Österreich und der Schweiz”.

Sie wurde damals gegründet, um:

  • die progressiven Gemeinden und Gemeinschaften im deutschen Sprachraum als
  • eine religiöse Gemeinschaft nach außen zu vertreten
  • die grundlegenden Lehren des Judentums zu schützen und die Beschäftigung mit
  • der jüdischen Tradition im Einklang mit der Moderne zu fördern
  • das Entstehen und die Zusammenarbeit progressiver jüdischen Gemeinschaften im deutschen Sprachraum zu fördern
  • das aktive Interesse am progressiven Judentum bei denjenigen zu wecken, die einem religiösen Leben bisher fern stehen
  • die Mitglieder gegenüber der Weltunion für progressives Judentum World Union for Progressive Judaism – WUPJ, die als weltweit größte jüdische religiöse Organisation in 46 Ländern Gemeinden mit 1,6 Millionen Mitgliedern vereint, zu vertreten und die Zusammenarbeit mit der progressiven jüdischen Weltgemeinschaft zu fördern.

Im Sommer 2002 hat sich die Vereinigung schließlich in Union Progressiver Juden in Deutschland e.V. umbenannt. In ihr vereinigen sich die liberalen jüdischen Gemeinden aus Deutschland.

Die Union Progressiver Juden in Deutschland e.V. bemüht sich um

  • die Förderung des jüdischen Religionsunterrichts und die Erarbeitung von Unterrichtsmaterialien
  • die Erarbeitung und Bereitstellung von Gebetbüchern und Informationen zum progressiven Judentum
  • die Ausbildung und Bereitstellung von deutschsprachigen Rabbinern, Kantoren und Religionslehrern
  • die Koordination der Zusammenarbeit progressiver Rabbiner und des im Juli 2000 gegründeten Rabbinatsgerichtshofs, der im deutschen Sprachraum in enger Absprache mit dem Europäischen Beth Din der Weltunion für progressives Judentum wirkt.

Dem Meinungsaustausch und gemeinsamen Studium dienen Seminare der progressiven Juden, vor allem die jährlich stattfindende Jahrestagung der Union Progressiver Juden in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die von der Union Progressiver Juden in Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit liberalen Juden aus der Schweiz und Österreich gestaltet wird.

Im Oktober 1997, zum Beginn des jüdischen Jahres 5758, wurde “Seder ha-Tefillot – das jüdische Gebetbuch”, herausgegeben von Rabbiner Prof. Jonathan Magonet unter Mitarbeit von Rabbiner Dr. Walter Homolka, Übersetzung Dr. Annette Böckler, als Gebetbuch der Union eingeführt. Für die Gemeinden der Union steht ein fünfbändiger Kommentar der hebräischen Bibel “Die Tora in jüdischer Auslegung” von Rabbiner W. Gunther Plaut (eingeleitet von Rabbiner Walter Homolka, übersetzt von Annette Böckler) zur Verfügung, der seit Oktober 1999 im Gütersloher Verlagshaus erscheint. Umfangreiche Literatur zum progressiven Judentum publiziert die Jüdische Verlagsanstalt Berlin.

Jüdische Gruppen, Chawurot oder Gemeinden, die Interesse an der Mitgliedschaft in der Union Progressiver Juden in Deutschland haben, wenden sich bitte an uns.