Biographie

Biographie

Israel JacobsonIsrael Jacobson (1768-1828) gilt als Wegbereiter der jüdischen Reformbewegung. Der gebürtige Halberstädter war bereits ein erfolgreicher Kaufmann und Bankier, als er 1894 „Landesrabbiner des Weserdistriktes“ wurde.

Angesichts der Verwahrlosung der jüdischen Jugend gründete Jacobson 1801 in Seesen eine Religions- und Handelsschule im Geiste Mendelssohns, die bald auch christlichen Schülern offenstand. 1804 erhielt Jacobson ob seiner Verdienste im Herzogtum Braunschweig das Bürgerrecht, 1807 die philosophische Doktorwürde der Universität Helmstedt. Jacobson, der auch die Abschaffung des Judenleibzolls in mehreren deutschen Ländern bewirkte, setzte sich Zeit seines Lebens für die Erziehung seiner Glaubensgenossen zu guten Staatsbürgern ein; die napoleonischen Reformen kamen ihn dabei entgegen. 1807 wurde Jacobson zum Präsidenten des „Konsistorium der Israeliten“ im Königreich Westfalen ernannt, in dem die Juden 1808 ihren christlichen Mitbürgern gleichgstellt wurden.

Jacobson lag daran, dem jüdischen Gottesdienst Schönheit und Würde zu verleihen und ihm eine erbauliche Form zu geben: mit Chorgesang und Orgel, durchgestalteter Liturgie und deutschsprachiger Predigt.

1814 ging Jacobson nach Berlin, wo er seine Reformbemühungen fortsetzte, Mitglied des Vereins für Cultur und Wissenschaft der Juden wurde und private Gottesdienste hielt. Die Orthodoxie setzte jedoch 1823 mit einer Kabinettsorder durch, dass „der Gottesdienst der Juden nur in der hiesigen Synagoge und nur nach dem hergebrachten Ritus ohne die geringste Neuerung in der Sprache und in der Ceremonie, Gebeten und Gesängen, ganz nach dem alten Herkomen gehalten werden solle.“ Der Rittergutsbesitzer und Geheime Finanzrat zog sich daraufhin nach Hannover zurück.

Begraben ist er auf dem jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee in Berlin, unweit von Abraham Geiger. Israel Jacobsons Neuerungen im Kultus und sein Engagement für ein Miteinander von Juden und Christen in einer aufgeklärten Gesellschaft wirken bis heute fort.