Großherzogtum Luxemburg

Liberale Jüdische Gemeinde des Großherzogtums Luxemburg
Communauté Juive Libérale du Luxembourg

Gründungsjahr der Gemeinde: 1837
bis 2018 als Israelitische Kultusgemeinde Esch
seit 2012 Mitglied von World Union for Progressive Judaism

Rabbiner: Alexander Grodensky
Präsident: Robi Wolf

Gottesdienstzeiten:

  • Kabbalat Schabbat, wöchentlich (nicht im August)
  • alle Feiertage
  • Gottesdienstzeiten und Veranstaltungen laut Ankündigung im Newsletter

Besonderheiten der Gemeinde:

  • Die Liberale Jüdische Gemeinde von Luxemburg mit Sitz in Esch-sur-Alzette ist eine
    offene und inklusive Gemeinschaft mit vielfältigen Mitgliedern aus der gesamten
    Großregion (Luxemburg, Lothringen, Saarland, Rheinland-Pfalz und Wallonien).
  • Unserer Gemeinde gehören sowohl die in Luxemburg alteingesessenen Jüdinnen und Juden als auch Expats aus Nord- und Südamerika, Israel, Großbritannien und Kontinentaleuropa. Wir verdanken diese Vielfalt der Tatsache, dass Luxemburg Sitz mehrerer Institutionen der Europäischen Union und ein bedeutendes internationales
    Finanz- und Wirtschaftszentrum ist.
  • Die Arbeitssprache der Gemeinde ist Englisch.
  • Wir haben eine eigene Synagoge.
  • Der Gottesdienst ist hauptsächlich auf Hebräisch.
  • Die Predigt des Rabbiners wird auf Englisch gehalten und ins Französische übersetzt.
  • Es gibt jüdische Abteilungen auf den kommunalen Friedhöfen in Esch und Luxemburg (Begräbnis nach dem Wohnsitz-Prinzip).
  • Die Gemeinde ist sowohl Mitglied des Israelitischen Konsistoriums von Luxemburg als auch der World Union for Progressive Judaism.

Kontakt:
55, rue du Canal
4051 Esch-sur-Alzette
Luxembourg
Telefon: +352 661 217 898

Webseite: www.jewish.lu
E-Mail: rabbi(at)jewish.lu

Über die Gemeinde:

Unsere Gemeinde wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von jüdischen Auswanderern aus dem Rheinland und Lothringen als traditionelle Gemeinde gegründet. Durch den industriellen Aufschwung in Esch-sur-Alzette – die Minette-Metropole und erste Quelle des Reichtums von Luxemburg – wuchsen die Stadtbevölkerung und ihr jüdischer Anteil kontinuierlich.

Die erste Synagoge in Esch-sur-Alzette wurde 1899 fertiggestellt, und vierzig Jahre lang blühte die Gemeinde auf. Während der NS-Herrschaft wurde die Synagoge zerstört. Wie im gesamten besetzten Europa wurden viele Mitglieder unserer Gemeinde von den Nazis deportiert und getötet. Heute erinnert daran ein Denkmal mit ihren Namen auf der Place de la Synagogue in der Nähe unseres heutigen Gebäudes.

1954 wurde die heutige Synagoge in der Rue du Canal eingeweiht. Die Synagoge beschäftigte bis 2008 einen Kantor („ministre officiant“), der unter der Aufsicht des Großrabbiners von Luxemburg stand. Der erste Großrabbiner von Luxemburg war von 1843 bis 1866 der berühmte liberale Rabbiner und Religionsphilosoph Dr. Samuel Hirsch (1815-1889). In Luxemburg hat Samuel Hirsch einige Veränderungen im religiösen Leben im liberalen Sinne vorgenommen ohne die radikalsten von ihm vertretenen Ideen zu verwirklichen. Tatsächlich hatten sich einige traditionalistische Familien dagegen gewehrt. Deshalb wurde im Großherzogtum ein traditionelleres Judentum als das von Hirsch gewünschte etabliert. Die Schabbat Gottesdienste in den Synagogen in Luxemburg Stadt und in Esch wurden jedoch bis in die 1980er von Orgel und gemischtem Chor (nur in Luxemburg) begleitet.

Als der letzte Kantor von Esch 2008 in Ruhestand ging, beschloss die Gemeinde eine neue Richtung einzuschlagen. Sie wählten ihren eigenen, vom Großrabbiner unabhängigen, liberalen Rabbiner und begannen, eine offene, egalitäre und integrative Gemeinschaft für Jüdinnen und Juden in ganz Luxemburg und Umgebung zu schaffen.

2012 trat die Gemeinde offiziell der World Union for Progressive Judaism bei. Unsere Gemeinde ist Mitglied der Fédération du Judaïsme Libéral Francophone und
assoziiertes Mitglied der Union progressiver Juden K.d.ö.R.