Israel Jacobson Preis

Israel Jacobson Preis

Der undotierte Preis wird von der Union progressiver Juden in Deutschland alle zwei Jahre verliehen, um Meilensteine des liberalen Judentums zu würdigen. Benannt ist er nach Israel Jacobson, dessen 1801 in Seesen eingerichtete Schule und Synagoge als Geburtsort des liberalen Judentums gilt.

 

2014: Preisverleihung an den Bundesminister für Justiz und für Verbraucherschutz Heiko Maas

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Am 24. Juli  2014 wurde der Israel-Jacobson-Preis der Union progressiver Juden in Deutschland (UpJ) an Herrn Bundesminister Heiko Maas verliehen. Die Laudatio wurde gehalten vom ehemaligen Botschafter des Staates Israel in Berlin, Herrn Avi Primor. Die Preisverleihung fand im Plenarsaal des Kammergerichts in Berlin statt.

Der Preis wurde verliehen in Erinnerung an Israel Jacobson, einen der ersten und bedeutendsten Reformer des Judentums, der vor 200 Jahren in Seesen die erste „moderne“ jüdische Reformschule gründete. Alle zwei Jahre ehrt die UpJ mit diesem Preis Persönlichkeiten, die im Sinne Jacobsons Hervorragendes geleistet haben als Bürger in ihrer Gesellschaft.

Die UpJ hat Herrn Bundesminister Heiko Maas den Preis zuerkannt in Würdigung seiner Verdienste um die Etablierung des Rosenburg-Projektes zur Aufarbeitung der NS-Belastungen des Bundesjustizministeriums in den Gründerjahren der Republik sowie insbesondere um die Einbeziehung der Öffentlichkeit in dieses Projekt.

 

2012: Israel Jacobson Preis für Dr. Leo Hepner und Dr. Jan Mühlstein

Verleihung am Donnerstag, 19. Juli 2012 um 19.30 Uhr in der Vertretung des Freistaates Sachsen beim Bund in Berlin

Es sind oft einzelne Menschen mit großen Visionen, die die Welt verändern. Für die jüdische Welt war das vor 200 Jahren in der norddeutschen Provinz Israel Jacobson. Ein  Bankier, angesehener Kaufmann, Doktor der Philosophie. Gründer der ersten „modernen“ jüdischen Reformschule in Seesen. Heute verehrt die Weltbewegung der liberalen Juden Jacobson als einen der ersten und bedeutendsten Reformer des Judentums. Was lag näher, als nach ihm jenen Preis zu benennen, mit dem die Union progressiver Juden in Deutschland alle zwei Jahre Persönlichkeiten ehrt, die im Sinne Jacobsons Hervorragendes geleistet haben, als Juden in ihren Gemeinden, als Bürger in diesem Land.

Leo Hepner

Dass jüdisches Engagement auch dem Wohle der Gesellschaft dient, der Überwindung von Vorurteilen und dem Bemühen um ein friedliches Zusammenleben und Wirken der Kulturen, dafür steht Dr. Leo Hepner. Geboren in Leipzig, wurde er von seinen Eltern in der orthodoxen Tradition erzogen. Unbeschwert war seine Jugend. Der Vater leitete eines der für Leipzig einst so wichtigen Unternehmen der Pelzindustrie. Dank seiner internationalen Verbindungen, gelang der Familie im buchstäblich letzten Augenblick die Flucht aus Nazideutschland nach London (zwei Tage vor Kriegsausbruch). Leo Hepner studierte Chemie, promovierte 1955 und siedelte nach Israel über, um dort als Ingenieur in der Gummi- und Plastikindustrie zu arbeiten. Doch es zog ihn zurück nach Großbritannien. Er wurde Verleger, gründete eine Beratungsfirma, u.a. für den Bereich der Biotechnologie. Mit dem Israel Jacobson-Preis wird er geehrt für seinen Einsatz zur Wiederetablierung des liberalen Judentums in Deutschland, dem Land, in dem es ursprünglich entstand. Dabei kam Leo seine Erfahrung als langjähriger Präsident einer der renommiertesten Londoner liberalen Synagogen ebenso zustatten wie sein Wirken als Präsident der Europäischen Union für progressives Judentum. Er hatte aktiven Anteil an der Gründung liberaler Gemeinden in Deutschland. Das Wiederaufleben eines weltoffenen Reformjudentums in Deutschland ist mit dem Namen Leo Hepner verbunden. Bleibt noch nachzutragen, das er Bratsche spielt und eine Stiftung ins Leben gerufen hat, die junge Musiker und Komponisten besonders im Bereich der Neuen Musik fördert.

Jan Mühlstein

Geboren wurde er 1949 in der Tschechoslowakei. Jan Mühlstein wuchs in einer Familie auf, die – nicht untypisch in der damaligen Tschechoslowakei – über Generationen mit dem liberalen deutschen Judentum verbunden war. An der Karlsuniversität in Prag studierte er Physik und engagierte sich aktiv im Prager Frühling. Doch nach dem Einmarsch der russischen Truppen emigrierte er nach Deutschland, setzte in München sein Studium fort, promovierte in theoretischer Quantenoptik und engagierte sich für Amnesty International, dessen Bundesvorstand er lange angehörte. Als in München wieder eine liberale jüdische Gemeinde aufgebaut wurde, zählte er zu den Gründern. Heute steht er seiner „Beth Shalom“, seiner „Haus des Friedens“-Gemeinde vor. Besondere Verdienste erwarb er sich um die Gründung des ersten liberal-jüdischen Dachverbands nach der Schoa, der 1997 gegründeten „Union für progressives Judentum in Deutschland“ (UpJ). Er hat durch sein vielfältiges Engagement das wiederaufkeimende liberal-jüdische Leben in Deutschland nachhaltig geprägt, insbesondere als Vorsitzender der UpJ in den Jahren 1999 bis 2011. Sein besonderes Interesse galt dabei der jungen Generation und die UpJ verdankt wesentlich ihm den Auf- und Ausbau ihrer Jugendabteilung.

Für Rückfragen:

Sonja Guentner, Vorsitzender der Union progressiver Juden, Tel. 0171-2614500
oder
Irith Michelsohn, Geschäftsführerin der Union progressiver Juden, Tel. 0170-490-3895