Die Jüdische Gemeinde zu Berlin und die Union progressiver Juden in Deutschland (UpJ) haben ein gemeinsames Rabbinatsgericht (Bet Din) gegründet. Das neue „Zentrale Liberale Bet Din Deutschland“, an das sich jede jüdische Gemeinde wenden kann, wird sich mit Übertritten (giurim), religiösen Scheidungen (gittin) und Personenstandsfeststellungen (b’rur jahadut) beschäftigen. Als einziges liberales Rabbinatsgericht Deutschlands verhilft es aufgrund der Akzeptanz aus Israel zur Aliya.
Anlässlich der Gründung des Rabbinatsgerichts betonte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Dr. Gideon Joffe: „Die Jüdische Gemeinde zu Berlin ist seit jeher das Zentrum eines pluralistischen Judentums. Schon 1928 war die Jüdische Gemeinde das Forum für die erste internationale Konferenz der World Unionfor Progressive Judaism. Die Geburtsstätte des liberalen Judentums war in Berlin und daher freuen wir uns, das liberale Judentum gemeinsam mit der UpJ durch ein eigenes Bet Din weiter zu stärken.“
Die Gründung eines eigenen Bet Din wurde auf der gestrigen Jahresversammlung der UpJ am 17. Mai 2026 in Prag beschlossen. Dazu sagte die Vorsitzende der Union progressiver Juden in Deutschland, Irith Michelsohn: „In der Vergangenheit mussten wir feststellen, dass auf die Bedürfnisse der liberalen Juden nicht immer genug Rücksicht genommen wurde. Und so haben sich 29 Jahre nach der offiziellen Gründung der UpJ die progressiven, jüdischen Gemeinden unter dem Dach der UpJ in Deutschland entschlossen, ein eigenes, dezidiert liberales Bet Din ins Leben zu rufen. Wir danken der Jüdischen Gemeinde zu Berlin dabei für ihre Unterstützung.“
Das neue Bet Din mit Sitz in Berlin und Bielefeld wird ab dem 18. Mai 2026 / 21. Ijar 5786 seine Arbeit aufnehmen. Den Vorsitz übernehmen jeweils ein Rabbiner der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und der UpJ.
Kontakt zum Bet Din: beit-din@liberale-juden.de