Für Geschlechtergerechtigkeit und Pluralismus: Die UpJ erinnert an den 120. Geburtstag von Rabbinerin Regina Jonas

Für Geschlechtergerechtigkeit und Pluralismus: Die UpJ erinnert an den 120. Geburtstag von Rabbinerin Regina Jonas

Für Geschlechtergerechtigkeit und Pluralismus: Die UpJ erinnert an den 120. Geburtstag von Rabbinerin Regina Jonas 1285 2126 Union Progressiver Juden

Am 3. August erinnern liberale Juden und Jüdinnen in aller Welt an den 120. Geburtstag von Regina Jonas (1902–1944), die die liberale Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin absolvierte. In ihrer Abschlussarbeit „Kann die Frau das rabbinische Amt bekleiden?“ kam sie 1930 zu dem Fazit: „Außer Vorurteil und Ungewohntsein steht fast nichts dem Bekleiden des rabbinischen Amtes seitens der Frau entgegen.“ 1935 wurde Regina Jonas vom dem liberalen Offenbacher Rabbiner Max Dienemann als erste Frau zur Rabbinerin ordiniert. Sie wurde so zur Pionierin für Geschlechtergerechtigkeit im Judentum.

Im Judentum wünscht man einander, 120 Jahre alt zu werden: Das ist die Lebensspanne, die Gott in der Hebräischen Bibel vorgibt (Gen 6,3) und das Alter, das Moses erreicht haben soll (Dt 34,7). Rabbinerin Jonas wurde im Herbst 1944 im Vernichtungslager Auschwitz ermordet und geriet in Vergessenheit. Die Erinnerung an diese Pionierin im Rabbinat wurde erst in den 1990er Jahren wieder belebt; heute gilt sie als Vorbild für die inzwischen weit über 1.000 Rabbinerinnen weltweit, so auch für  Rabbinerin Natalia Verzhbovska, die aus der Ukraine stammt, 2015 vom Abraham Geiger Kolleg ordiniert wurde und seit April 2022 in der Jüdischen Kultusgemeinde Bielefeld amtiert, einer Mitgliedsgemeinde der Union progressiver Juden in Deutschland: „Oft werde ich gefragt, was mich dazu gebracht hat, Rabbinerin zu werden. Und jedes Mal erinnere ich mich an Regina Jonas, die erste Frau in der jüdischen Geschichte, die diese Frage beantworten sollte. Sie hatte kein einziges Vorbild, an dem sie sich orientieren konnte. Was motivierte sie zu ihrer Entscheidung, was gab ihr Inspiration und Mut dazu? War sie nicht zufrieden mit ihrem Platz auf der Frauen-Empore der Synagoge? Hatte sie Kontakte zu den Aktivistinnen der ersten jüdischen Frauenbewegung? Oder wollte sie einfach selbst das jüdische Religionsgesetzt studieren und der Gemeinde nahebringen?“

Unter den Mitgliedern der Allgemeinen Rabbinerkonferenz Deutschland (ARK) sind heute elf Frauen, darunter auch Rabbinerin Verzhbovska: „Die Bedeutung von Regina Jonas für die vielen Frauen, die heute als Rabbinerinnen in jüdischen Gemeinden amtieren, ist nicht hoch genug zu bewerten. Sie bleibt ein Vorbild für alle Rabbinerinnen weltweit, gibt uns Mut, um weiter für die religiöse Gleichberechtigung aller Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht oder ihrem sozialen Status zu kämpfen, und um die Werte der Tora, die Gerechtigkeit und die Nächstenliebe, zu stärken.“

Die Union progressiver Juden wurde am 27. Juni 1997 gegründet und ist neben dem Zentralrat der Juden in Deutschland der zweite jüdische Bundesverband mit Körperschaftsrechten. Wir vertreten über 5.500 Mitglieder. Das liberale Judentum, das vor 250 Jahren in Deutschland entstand, ist die größte religiöse Gemeinschaft im Judentum weltweit, heute mit Schwerpunkt in Nordamerika: egalitär, zeitgemäß und offen für den Dialog.

 
Honorarfreie Fotos:
Oben: Rabbinerin Regina Jonas (vermutlich Februar 1936) © Archiv der Stiftung Neue Synagoge Berlin–Centrum Judaicum
Unten: Rabbinerin Natalia Verzhbovska, Foto: Tobias Barniske

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