Israel-Jacobson-Preis für Bundesministerin Karin Prien

Israel-Jacobson-Preis für Bundesministerin Karin Prien

Israel-Jacobson-Preis für Bundesministerin Karin Prien 2560 1706 Union Progressiver Juden

Die Union progressiver Juden in Deutschland K.d.ö.R. verleiht den Israel-Jacobson-Preis 2026 an Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Der Festakt findet am 18. März 2026 um 19.00 Uhr in der Neuen Synagoge – Centrum Judaicum in Berlin statt. Wir danken der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und ihrem Vorsitzenden Dr. Gideon Joffe, für die Preisverleihung die Tore der Neuen Synagoge zu öffnen.

Im Anschluss an ein Grußwort von Herrn Dr. Gideon Joffe, dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, hält die Fernsehjournalistin und Buchautorin Nina Ruge die Laudatio und überreicht der Bundesministerin den Preis.

Bundesministerin Karin Prien: „Jüdisches Leben in seiner ganzen Vielfalt sichtbarer zu machen und als wertvollen Beitrag zur deutschen Identität zu würdigen, ist mir ein Herzensanliegen. Denn jüdisches Leben gehört zu Deutschland – nicht als Fußnote und nicht allein als mahnende Erinnerung an die Verbrechen der NS-Zeit, sondern als lebendige, vielfältige und selbstbewusste Gegenwart. Gerade deshalb empfinde ich es als große Ehre, den Israel-Jacobson-Preis entgegennehmen zu dürfen.“

Diese Preisverleihung ist ein hervorragender Anlass, Bundesministerin Karin Priens Engagement für ein lebendiges jüdisches Leben, Toleranz und eine moderne Kultur der Erinnerung an die Shoa zu würdigen. Wir brauchen in diesen aktuellen Zeiten des gewalttätigen Rechtsextremismus und des immer aggressiver werdenden und ansteigenden Antisemitismus viele Anlässe, die die Zivilgesellschaft ermutigen, sich gegen diese gefährlichen Entwicklungen zu stellen, die uns alle betreffen und nicht nur die angegriffenen Juden

„Bundesministerin Karin Prien erhält die Auszeichnung in Anerkennung ihrer großen Verdienste für das liberale Judentum, für die Stärkung des jüdischen Lebens in Deutschland in seiner ganzen Vielfalt sowie für ihren persönlichen Einsatz für Begegnung und Dialog zwischen den Religionen und Kulturen“, heißt es in der Begründung. „Damit folgt Karin Prien der Devise Israel Jacobsons: ‚Für den gemeinschaftlichen Fortschritt zum Besseren‘. Darüber hinaus ist ihr engagiertes Eintreten gegen Antisemitismus und Rassismus Ansporn für uns alle.“ Das jüdische Erbe der Shoah prägt die Familienbiographie von Karin Prien. Sie ist in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland nach Gerhard Jahn (Bundesjustizminister 1969-74) die zweite Person mit jüdischen Wurzeln, die am Kabinettstisch Platz nimmt. Und sie ist die erste Bundesministerin, die ihre jüdische Familiengeschichte öffentlich thematisiert. Trotz – und auch wegen – zunehmender Anfeindungen in Politik und Gesellschaft. Damit trägt sie dazu bei, jüdisches Leben in Deutschland sichtbarer zu machen und ein Verständnis für das jüdische Denken und Fühlen zu schaffen“

Mit der Fernsehjournalistin und Buchautorin Nina Ruge wurde eine Laudatorin gefunden, die mit ihrem Vorfahr Gabriel Riesser, der ebenso um die Emanzipation der Juden rang wie Israel Jacobson, den Spagat zwischen Judentum und Moderne einerseits und dem Wissen um ein liberales, zeitgemäßes Judentum andererseits in den Mittelpunkt seines jüdischen Lebens stellte.

Die Verbindung zwischen beiden besteht nicht in einer direkten persönlichen Beziehung, sondern inhaltlich und institutionell im Rahmen der deutschen jüdischen Reform- und Emanzipationsbewegung des 19. Jahrhunderts.

Auch wenn Jacobson nicht so stark politisch aktiv war wie Riesser, verband beide die Überzeugung, dass jüdisches Leben und bürgerliche Gleichberechtigung neu gedacht werden müssen – sei es durch religiöse Reform oder durch politische Teilhabe.

So stehen beide Figuren über das reformorientierte religiöse Umfeld im 19. Jahrhundert in Deutschland in Beziehung: Jacobson als einer der geistigen Pioniere der Reformpraxis, Riesser als aktiver Repräsentant einer Gemeinde, die diese Reformideen institutionell weitertrug. Darüber hinaus als Abgeordneter im Frankfurter Vorparlament 1848 danach als Vizepräsident der Frankfurter Nationalversammlung 1848-49. Nina Ruge verbindet eine lange Familiengeschichte mit der Emanzipation der Juden im 19. Jhdt. und dem tragischen Ende derselben in Nazi-Deutschland. Während Gabriel Riesser, ihr Ur-Urgroßonkel zeitlebens ein Kämpfer für die Gleichberechtigung der Juden war, wurde ihre Urgroßmutter Emilie in Theresienstadt umgebracht.

Diesen beiden Personen, Israel Jacobson sowie Gabriel Riesser haben wir es zu verdanken, dass das progressive Judentum vor gut 250 Jahren seine „Geburt“ in Deutschland erlebte.

Der Reformer, Unternehmer und Pädagoge Israel Jacobson (Halberstadt 1768 – Berlin 1828) war Präsident der jüdischen Religionsgemeinschaft im Königreich Westphalen und gehört zu
den Begründern des liberalen Judentums in Deutschland.

Der nach ihm benannte Preis wird von der Union progressiver Juden seit 2001 alle zwei Jahre verliehen und würdigt Persönlichkeiten, die sich um das Judentum in seiner Pluralität verdient gemacht haben. Unter den früheren Preisträger sind auch die Ministerpräsidenten des Freistaats Thüringen und des Landes Nordrhein-Westfalen, Bodo Ramelow und Armin Laschet und Bundesminister Heiko Maas.

Die Union progressiver Juden in Deutschland K.d.ö.R. wurde 1997 gegründet und vertritt derzeit 20 liberale jüdische Gemeinden und 5 angeschlossene jüdische Organisationen. Sie ist Mitglied der European Union for Progressive Judaism mit Sitz in London und der World Union for Progressive Judaism mit Sitz in Jerusalem. Vorsitzende der Union ist Irith Michelsohn.

Medienvertreter, die an der Preisverleihung teilnehmen möchte, werden gebeten, sich per E-Mail anzumelden unter: info@liberale-juden.de

Foto: Dominik Butzmann / photothek

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